Medizinischer Ratgeber & Interviewbeitrag
Ein Interview über Beobachtungen aus unserer immunologischen Praxis in München
Anhaltende Erschöpfung, Kreislaufbeschwerden, Konzentrationsprobleme oder eine deutliche Verschlechterung nach geringer Belastung: Manche Menschen berichten, dass solche Symptome erstmals im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung aufgetreten sind und über Wochen oder Monate bestehen geblieben sind. Häufig wird dafür der Begriff „Post-Vac-Syndrom“ verwendet.
Der Begriff beschreibt zunächst eine Beobachtung - noch keine einheitlich definierte Diagnose. Genau deshalb braucht es eine sorgfältige, ergebnisoffene medizinische Abklärung: Beschwerden ernst nehmen, gefährliche oder behandelbare Ursachen erkennen und einen zeitlichen Zusammenhang nicht vorschnell mit einem bewiesenen ursächlichen Zusammenhang gleichsetzen.
Im ausführlichen Gespräch mit Sören Schumann berichtet Dr. med. Dorothea Schleicher-Brückl über Erfahrungen aus der Gemeinschaftspraxis Schleicher in München, wiederkehrende Symptomkonstellationen und die Frage, wie Betroffene medizinisch sinnvoll begleitet werden können.
Was bedeutet „Post-Vac-Syndrom“?
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weist darauf hin, dass „Post-Vac“ keine medizinisch definierte Krankheitsbezeichnung ist und bislang keine eindeutige Falldefinition besitzt. [1]
Gleichzeitig zählt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Post-Vac-Syndrom zu Erkrankungen mit einer Long-/Post-COVID-ähnlichen Symptomatik. Die strukturierte Versorgung soll ausdrücklich auch Menschen unterstützen, deren Erkrankung nach einer COVID-19-Impfung aufgetreten ist. [2]
Das ist kein Widerspruch: Eine noch fehlende Falldefinition bedeutet nicht, dass die Beschwerden eines Menschen nicht real sind. Sie bedeutet vielmehr, dass allein der Begriff keine Ursache beweist und dass Diagnose, Verlauf und Therapie nicht schematisch festgelegt werden können.
In diesem Beitrag verwenden wir „Post-Vac“ daher als beschreibenden Arbeitsbegriff für länger anhaltende Beschwerden, die Betroffene in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung schildern. Ob und in welchem Maß ein ursächlicher Zusammenhang besteht, muss im Einzelfall medizinisch geprüft werden.
Anhaltende Beschwerden nach der Corona-Impfung: Welche Symptome werden beschrieben?
Fatigue, Belastungsintoleranz und post-exertionelle Malaise
Im Vordergrund stehen bei vielen Betroffenen eine ausgeprägte Erschöpfung, deutlich reduzierte Belastbarkeit und eine Verschlechterung nach körperlicher oder geistiger Anstrengung. Diese verzögerte Symptomzunahme wird als post-exertionelle Malaise (PEM) beziehungsweise post-exertional symptom exacerbation bezeichnet. Sie kann Stunden später einsetzen und mehrere Tage anhalten. Bei entsprechender Ausprägung ist auch eine Abklärung auf ME/CFS erforderlich.
Autonome und Herz-Kreislauf-Beschwerden
Beschrieben werden unter anderem Herzrasen, Palpitationen, Schwindel beim Aufstehen, Blutdruckschwankungen, Benommenheit oder eine verminderte Kreislaufstabilität. Je nach Befund kommen eine orthostatische Intoleranz oder ein posturales Tachykardiesyndrom (POTS) als Differentialdiagnosen infrage.
Myokarditis und Perikarditis gehören zu den spezifischen, wissenschaftlich anerkannten sehr seltenen unerwünschten Ereignissen nach mRNA-COVID-19-Impfstoffen. Sie wurden häufiger bei jüngeren Männern und meist in engem zeitlichen Abstand zur Impfung beobachtet. [3] Brustschmerz, Luftnot, Ohnmacht oder neu auftretendes anhaltendes Herzrasen müssen deshalb zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Neurologische und kognitive Symptome
Mögliche Beschwerden reichen von Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen („Brain Fog“) über Kribbeln, Taubheitsgefühle und neuropathische Schmerzen bis zu Schwindel, Schlafstörungen oder ausgeprägter Reizempfindlichkeit. Eine Neuropathie oder Small-Fiber-Neuropathie darf nicht allein anhand subjektiver Beschwerden angenommen werden; sie erfordert eine fachgerechte neurologische Einordnung.
Haut-, Allergie- und mastzellassoziierte Beschwerden
Einige Patientinnen und Patienten berichten über Flush, Urtikaria, Juckreiz, wechselnde Unverträglichkeiten, gastrointestinale Beschwerden oder Kreislaufreaktionen. Ein Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist dabei nur eine mögliche Erklärung. Die Diagnose sollte sich an anerkannten Kriterien orientieren und andere allergologische, dermatologische oder internistische Ursachen berücksichtigen.
Autoimmunerkrankungen, hormonelle Störungen und Virusreaktivierungen
In einzelnen Verläufen werden Schilddrüsenerkrankungen, rheumatologische oder andere autoimmune Krankheitsbilder diagnostiziert. Auch Herpes-zoster-Erkrankungen oder Hinweise auf eine Reaktivierung latenter Viren können auftreten. Ein zeitliches Zusammentreffen beweist jedoch nicht automatisch, dass die Impfung die jeweilige Erkrankung verursacht hat. Virus- und Autoimmundiagnostik sollten deshalb gezielt nach klinischer Fragestellung erfolgen - nicht als unkritisches Standardpanel.
Warum die medizinische Einordnung oft schwierig ist
Viele der genannten Beschwerden sind unspezifisch, betreffen mehrere Organsysteme und lassen sich in einer üblichen Basisdiagnostik nicht immer sofort erklären. Gleichzeitig können unbemerkte SARS-CoV-2-Infektionen, bereits bestehende Erkrankungen oder neu hinzugekommene andere Ursachen eine Rolle spielen. Bei manchen Menschen überlagern sich mehrere Faktoren.
Für Betroffene ist diese Unsicherheit belastend. Viele berichten, dass sie sich mit ihren Beschwerden zunächst nicht ernst genommen fühlten. Medizinisch sind deshalb zwei vorschnelle Schlussfolgerungen gleichermaßen problematisch: die Symptome pauschal zu psychologisieren - oder allein aus dem zeitlichen Verlauf bereits eine gesicherte Impfursache abzuleiten.
Eine qualifizierte Post-Vac-Diagnostik in München sollte beides vermeiden: Sie nimmt den geschilderten Verlauf ernst und bleibt zugleich offen für konkurrierende oder zusätzliche Erklärungen.
Der Forschungsstand 2026: Was ist bekannt - und was noch nicht?
Die wissenschaftliche und gesundheitspolitische Aufmerksamkeit ist deutlich gewachsen. Das Bundesforschungsministerium hat am 30. Januar 2026 die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen ausgerufen. Für den Zeitraum 2026 bis 2035 sind insgesamt 500 Millionen Euro vorgesehen, um Mechanismen, Diagnostik und Therapien bei Long COVID, ME/CFS und verwandten Krankheitsbildern besser zu erforschen; in den begleitenden Informationen wird auch die Situation von Post-Vac-Betroffenen aufgegriffen. [4]
Eine Yale-Arbeitsgruppe verglich in einer 2025 veröffentlichten Preprint-Studie 42 Personen mit einem als Post-Vaccination Syndrome bezeichneten Beschwerdebild mit 22 Kontrollen. Die Forschenden beschrieben Gruppenunterschiede bei Immunzellen, häufiger serologische Hinweise auf eine jüngere EBV-Reaktivierung und bei einem Teil der Betroffenen erhöhte zirkulierende Spike-Proteinwerte. [5] Die Untersuchung ist klein, querschnittlich und zum Zeitpunkt dieser Fassung nicht als begutachtete klinische Leitlinie zu verstehen. Sie kann weder eine Ursache beweisen noch einen diagnostischen Biomarker für die Routineversorgung etablieren.
Im März 2026 erschien zudem eine japanische Registerstudie in Scientific Reports. In 14 ambulanten Einrichtungen wurden 279 Personen erfasst; 179 Fälle gingen nach der Bewertung der Studienärzte in die Hauptanalyse ein. Häufig dokumentiert wurden unter anderem Fatigue, Brain Fog, Schwindel und Schmerzen an den Extremitäten. [6] Das Register ist jedoch unkontrolliert, beruht auf spontanen Meldungen und besitzt keinen Nenner für die insgesamt geimpfte Bevölkerung. Es beschreibt damit Versorgungs- und Symptommuster, erlaubt aber keine verlässliche Aussage zur Häufigkeit oder zur Kausalität.
Post-Vac-Diagnostik in München: So gehen wir in der Praxis vor
In der Gemeinschaftspraxis Schleicher beginnt die Abklärung nicht mit einer vorgefertigten Erklärung, sondern mit einer strukturierten Rekonstruktion des Verlaufs. Umfang und Auswahl der Untersuchungen richten sich nach den Beschwerden, den bisherigen Befunden und möglichen Warnzeichen. Mehr über die diagnostischen Möglichkeiten erfahren Sie auf unserer Seite zur Individualdiagnostik.
- Ausführliche Anamnese und zeitliche Einordnung: Wir erfassen den Gesundheitszustand vor der Impfung, Impfstoff, Dosis und Datum, Beginn und Dynamik der Beschwerden, dokumentierte oder mögliche SARS-CoV-2-Infektionen, Belastungsauslöser, PEM, Vorerkrankungen, Medikamente und bereits durchgeführte Behandlungen. Eine klare Zeitleiste ist häufig aussagekräftiger als ein unspezifisches Laborpanel.
- Basisdiagnostik und Ausschluss behandelbarer Ursachen: Je nach Symptomatik gehören körperliche Untersuchung, Vitalparameter, orthostatische Messungen, EKG sowie eine gezielte Laborbasis dazu. Geprüft werden können beispielsweise Blutbild, Entzündungswerte, Leber- und Nierenfunktion, Schilddrüse, Eisenstoffwechsel sowie ausgewählte Mikronährstoffe. Untersucht wird nicht „alles“, sondern das medizinisch Begründbare.
- Symptomgeleitete Funktions- und Fachdiagnostik: Herz-Kreislauf-Beschwerden können eine kardiologische Abklärung erfordern; neurologische Ausfälle eine neurologische Diagnostik; Atembeschwerden eine pneumologische Einordnung. Bei orthostatischen Symptomen, allergieartigen Beschwerden oder Hinweisen auf Autoimmunität werden die jeweiligen Fachrichtungen und Funktionsprüfungen gezielt einbezogen.
- Immunologische und spezielle Labordiagnostik: Ein Immunstatus, ausgewählte Autoantikörper, Mastzellparameter oder eine Virusdiagnostik können bei passender klinischer Fragestellung sinnvoll sein. Spezialbefunde müssen jedoch kritisch interpretiert werden: Nicht jede Laborabweichung erklärt Beschwerden, und nicht jedes kommerzielle Testverfahren besitzt eine gesicherte klinische Aussagekraft.
- Zusammenführung der Befunde und Behandlungsplan: Am Ende steht keine bloße Sammlung von Laborwerten, sondern eine priorisierte Einordnung: Welche Diagnose ist gesichert? Was ist wahrscheinlich, was nur möglich? Welche Risiken müssen beobachtet werden? Welche Maßnahmen sind medizinisch sinnvoll und im Alltag realistisch?
Therapie: individuell, symptomorientiert und transparent
Für komplexe chronische Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung gibt es derzeit kein allgemein anerkanntes Standardprotokoll. Ein seriöser Behandlungsplan orientiert sich an gesicherten Diagnosen, der führenden Symptomatik, der Belastbarkeit und den persönlichen Zielen.
- Belastungssteuerung und Pacing: Bei PEM oder post-exertioneller Symptomverschlechterung steht der Schutz vor Überlastung im Vordergrund. Die WHO empfiehlt bei Post-COVID-Rehabilitation Energieerhaltungsstrategien wie Pacing; dieses Prinzip kann bei vergleichbaren Belastungsintoleranz-Symptomen hilfreich sein, ohne damit eine identische Ursache zu behaupten. [7]
- Behandlung gesicherter Diagnosen: Werden beispielsweise eine Myokarditis, Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel, Neuropathie oder allergologische Erkrankung festgestellt, erfolgt die Therapie nach den jeweiligen medizinischen Standards.
- Symptomkontrolle: Je nach Befund können Maßnahmen gegen orthostatische Beschwerden, Schlafstörungen, Schmerzen, Migräne, Haut- und Allergiesymptome oder gastrointestinale Probleme sinnvoll sein.
- Mangelzustände gezielt korrigieren: Eisen, Vitamine oder andere Mikronährstoffe sollten nicht pauschal hoch dosiert, sondern bei nachgewiesenem Bedarf und unter Berücksichtigung möglicher Risiken eingesetzt werden.
- Off-Label-Medikamente nur im Einzelfall: Eine Anwendung außerhalb der Zulassung setzt eine nachvollziehbare medizinische Begründung, Aufklärung über Nutzen und Risiken, Einwilligung und Verlaufskontrolle voraus. Sie ist kein Beleg für eine allgemein wirksame Post-Vac-Therapie.
- Ergänzende Verfahren: Ansätze aus Naturheilkunde, Regulationsmedizin oder Neuraltherapie können nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung ergänzend eingesetzt werden. Die Evidenz ist je nach Verfahren unterschiedlich und sollte offen benannt werden.
- Psychische Entlastung ohne Psychologisierung: Chronische Erkrankung, Funktionsverlust und das Gefühl, nicht gehört zu werden, können stark belasten. Psychologische oder traumatherapeutische Unterstützung kann hilfreich sein, ohne die körperlichen Beschwerden damit zu erklären oder abzuwerten.
Unser Ziel ist nicht, jedem Menschen dasselbe Etikett oder dieselbe Therapie zu geben. Ziel ist eine nachvollziehbare Einordnung, die Behandlung konkreter Befunde und ein Plan, der Stabilisierung und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt.
Eine vertiefende Einordnung zu möglichen immunologischen Mechanismen finden Sie in unserem bestehenden Fachartikel „Long Covid, Post Covid und Post Vac - ein immunologischer Blick auf mögliche Ursachen“. Unsere zentrale Schwerpunktseite bündelt außerdem Informationen zu Long Covid, Post Covid, ME/CFS und Post Vac in München.
Das Interview mit Sören Schumann
Im Gespräch erläutert Dr. med. Dorothea Schleicher-Brückl ausführlicher, welche Beschwerdebilder ihr im Praxisalltag begegnen, weshalb manche Verläufe lange ungeklärt bleiben und warum eine differenzierte immunologische Perspektive hilfreich sein kann. Das Interview ersetzt keine individuelle Diagnostik, bietet Betroffenen und Angehörigen aber eine verständliche medizinische Orientierung.
Was diese Ärztin seit Covid beobachtet - alles verschwiegen?
Wann Beschwerden sofort abgeklärt werden müssen
Häufige Fragen zum Post-Vac-Syndrom
Ist das Post-Vac-Syndrom eine offiziell anerkannte Diagnose?
Der Begriff wird für anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung verwendet, besitzt nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts aber keine einheitliche medizinische Falldefinition. Einzelne konkrete Impfkomplikationen können dagegen klar diagnostiziert und als solche bewertet werden.
Wie wird ein mögliches Post-Vac-Geschehen diagnostiziert?
Es gibt keinen einzelnen beweisenden Bluttest. Die Einordnung beruht auf einer genauen Zeitleiste, der körperlichen Untersuchung, symptomorientierter Diagnostik und dem Ausschluss beziehungsweise Nachweis anderer Erkrankungen. Speziallabor kann ergänzen, ersetzt diese Gesamtschau aber nicht.
Wie lässt sich Post-Vac von Long COVID unterscheiden?
Long COVID setzt eine vorausgegangene SARS-CoV-2-Infektion voraus. Die Abgrenzung kann dennoch schwierig sein, weil Infektionen unbemerkt verlaufen können und sich die Symptome überschneiden. Impf- und Infektionsdaten, der genaue Beginn der Beschwerden und der Gesamtverlauf sind deshalb zentral. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Schwerpunktseite zu Long Covid, Post Covid, ME/CFS und Post Vac.
Gibt es eine heilende Standardtherapie?
Derzeit gibt es kein allgemein belegtes Standardprotokoll für komplexe chronische Post-Vac-Beschwerden. Behandelt werden gesicherte Diagnosen und führende Symptome. Bei Belastungsintoleranz ist eine vorsichtige Belastungssteuerung wichtig; weitere Maßnahmen werden individuell festgelegt.
Für wen ist eine Vorstellung in der Gemeinschaftspraxis Schleicher möglich?
Die Münchner Praxis behandelt Privatpatientinnen und Privatpatienten sowie Selbstzahlende. Gesetzlich Versicherte können die Leistungen als Selbstzahlende in Anspruch nehmen. Vor einer Terminvereinbarung kann geklärt werden, welche Unterlagen und Vorbefunde benötigt werden.
Welche Unterlagen sollte ich zum Termin mitbringen?
Hilfreich sind Impfpass oder Impfnachweise, vorhandene PCR- oder Antigentestbefunde, Arztbriefe, Labor- und Bildgebungsbefunde, eine aktuelle Medikamentenliste und eine kurze chronologische Übersicht: Gesundheitszustand vorher, Impf- und Infektionsdaten, Symptombeginn, Verlauf und Belastungsauslöser.
Wo befindet sich die Praxis für Post-Vac-Diagnostik in München?
Die Gemeinschaftspraxis Schleicher befindet sich in der Ismaninger Straße 65, 81675 München. Termine können telefonisch unter 089 4194530, per E-Mail an praxis@praxis-schleicher.de oder über unsere Online-Terminvereinbarung angefragt werden.
Eine sorgfältige Einordnung ist der erste Schritt
Wenn Sie seit einer COVID-19-Impfung an anhaltenden Beschwerden leiden, ist weder vorschnelle Gewissheit noch pauschale Ablehnung hilfreich. Entscheidend ist, den Verlauf präzise zu dokumentieren, mögliche Warnzeichen und behandelbare Ursachen zu erkennen und die nächsten Schritte nachvollziehbar zu priorisieren.
In unserer Gemeinschaftspraxis in München verbinden wir eine ausführliche Anamnese mit schulmedizinischer, symptomorientierter und immunologischer Diagnostik. Ergänzende Verfahren werden dort eingesetzt, wo sie im individuellen Fall medizinisch vertretbar und sinnvoll erscheinen.
Herzliche Grüße
Ihre Dr. med. Dorothea Schleicher-Brückl
Quellen und wissenschaftliche Einordnung
Auswahl der für die zentralen medizinischen und gesundheitspolitischen Aussagen verwendeten Quellen. Abrufstand: 13. August 2026.
- Paul-Ehrlich-Institut: Stellungnahme zum Thema „Post-Vac“ (29. Juni 2023) sowie FAQ zur Arzneimittelsicherheit. Das PEI beschreibt den Begriff als nicht medizinisch definierte Krankheitsbezeichnung ohne eindeutige Falldefinition.
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Versorgung bei Long-COVID, Post-COVID, ME/CFS und ähnlichen Erkrankungen, einschließlich Pressemitteilung vom 21. Dezember 2023.
- Robert Koch-Institut: Sicherheit der COVID-19-Impfung (Stand 29. September 2025), ergänzend Informationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur zur Impfstoffsicherheit.
- Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen, ausgerufen am 30. Januar 2026.
- Bhattacharjee B. et al.: Immunological and Antigenic Signatures Associated with Chronic Illnesses after COVID-19 Vaccination. medRxiv-Preprint, Version 2, 25. Februar 2025. DOI: 10.1101/2025.02.18.25322379.
- Fujisawa A. et al.: Characterizing persistent Post-COVID-19 vaccination symptoms using MedDRA system organ class and preferred term classifications. Scientific Reports, Band 16, Artikel 12366, veröffentlicht am 14. März 2026. DOI: 10.1038/s41598-026-43949-z.
- World Health Organization: Post COVID-19 condition und Living Guideline zur Rehabilitation, unter anderem zu Pacing beziehungsweise Energieerhalt bei post-exertioneller Symptomverschlechterung.
- Gemeinschaftspraxis Schleicher: Long Covid, Post Covid, ME/CFS und Post Vac in München, einschließlich des am 7. August 2026 veröffentlichten Interviews mit Sören Schumann.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapie. Aus einem zeitlichen Zusammenhang zwischen Impfung und Beschwerden folgt nicht automatisch ein nachgewiesener ursächlicher Zusammenhang. Diagnostik und Behandlung müssen sich an den persönlichen Beschwerden, Vorerkrankungen, Befunden und Risiken orientieren. Für die Wirkung einzelner Maßnahmen kann keine Garantie gegeben werden.